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Harmlose Moleküle?


Freie Radikale sind doch nicht schädlich


Freie Radikale verursachen Krebs und Arterienverkalkung und lassen den Körper altern – so dachte man bisher. Doch sie sind möglicherweise harmloser als angenommen. Das fanden Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums heraus.

Radikale reagieren aggressiv

Die Bausteine von Atomen und Molekülen sind positiv und negativ geladene Teilchen – Protonen und Elektronen. Freie Radikale sind Moleküle mit einer ungeraden Anzahl an Elektronen. Dadurch reagieren sie sehr schnell mit anderen Stoffen und entreißen diesen ein Elektron. Die anderen Stoffe werden dann selbst zu freien Radikalen – es entsteht eine Kettenreaktion. Die Radikale galten immer als gefährlich, weil sie Fette und Eiweiße in Zellmembranen zerstören können. Das haben frühere Experimente mit isolierten Zellen gezeigt.

Das Forscherteam am Krebsforschungszentrum beobachtete in einem Experiment, was freie Radikale im Körper von Fruchtfliegen verursachen. Dazu gaben sie Gene zum Erbgut der Tiere, die Biosensoren für aggressive Moleküle bildeten. Wenn so ein Molekül auf einen Biosensor traf, sendete dieser ein Lichtsignal aus. Das machte die Vorgänge in den Zellen sichtbar.

Nur vermeintlich gefährlich

Das Ergebnis des Versuchs verblüffte die Forscher. Die freien Radikale schadeten dem Körper der Fliegen offensichtlich nicht. Die Vorgänge in einer isolierten Zelle lassen sich also nicht auf einen lebenden Organismus übertragen. 

Ob die freien Radikale den menschlichen Körper ebenso verschonen wie die Fliegen, wollen die Wissenschaftler nun erforschen.


08.12.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Julia Heiserholt


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